Voraussetzungen eines Abstandverstoßes

Kein Abstandsverstoß bei nur vorübergehender Unterschreitung des zulässigen Abstands.

Häufig fürchten Verkehrsteilnehmer, in unverschuldeten Situationen, einen Abstandsverstoß zu begehen.
Typisches Beispiel ist der Autofahrer, der auf der Autobahn seit längerer Zeit in einer Kolonne schneller Fahrzeuge auf der linken Spur überholt und plötzlich von einem nach links ausscherenden Fahrzeugs ausgebremst wird. Ein ähnliches Beispiel ist der Autofahrer, der ordnungsgemäß fährt, aber wegen eines vor ihm fahrenden, plötzlich abbremsenden PKW gezwungenermaßen sehr dicht auf diesen auffährt.

In derartigen Fällen liegt jedoch kein Abstandsverstoß vor. Voraussetzung für die Feststellung eines Abstandsverstoßes durch die Gerichte ist, dass eine nur ganz vorübergehende Unterschreitung des zulässigen Mindestabstands ausgeschlossen werden kann (OLG Karlsruhe, 08.04.2016, Az: 3 (4) SsBs 121/16 – AK 53/16).

Durch diese Voraussetzung soll gewährleistet werden, dass der Abstandsverstoß auch vorwerfbar begangen wurde. Das ist z.B. der Fall, wenn ein Autofahrer zu dicht auf ein Fahrzeug auffährt und „drängelt“.

Nicht vorwerfbar ist dagegen die nur kurzzeitige Abstandsunterschreitung, z. B. wenn plötzlich jemand von der rechten Spur auf die linke Spur wechselt. In derartigen Fällen kann durchaus für wenige Sekunden eine erhebliche Unterschreitung des zulässigen Abstands entstehen.

Die Gerichte beurteilen es allerdings unterschiedlich, wann eine nur kurzzeitige Abstandsunterschreitung vorliegt, die letztlich unbeachtlich ist: Teilweise wird eine Strecke von 250 – 300 m als nicht mehr vorübergehend angesehen, teilweise wird ein dichtes Auffahren von 3 Sekunden oder mehr als Verstoß angesehen.

In jedem Fall sind im Urteil Feststellungen dazu zu treffen, über welche Distanz oder über welche Zeit der Betroffene den Abstand unterschritten hat.

Häufig können die Besonderheiten des Einzelfalls dazu führen, dass eine Unterschreitung des Mindestabstands sich nur auf den ersten Blick so darstellt, jedoch letztlich nach der StVO unbeachtlich ist und damit zu keinem Bußgeld führt.

Wird Ihnen eine Abstandsunterschreitung vorgeworfen? - Wir helfen Ihnen, die Besonderheiten Ihres Falles herauszuarbeiten. Sprechen Sie uns an!



Eingestellt am 13.10.2016 von B. Löwenberg
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