Fiktive Abrechnung in Würzburg

UPE-Aufschläge bei fiktiver Abrechnung?


Im Rahmen der Unfallregulierung werden die Forderungen des Unfallgeschädigten in aller Regel von der gegnerischen Haftpflichtversicherung im Rahmen eines sogenannten Prüfberichts erheblich gekürzt.
Die Argumente sind immer dieselben: Zum einen gibt es angeblich eine Werkstatt, die dieselben Reparaturarbeiten günstiger ausführt. Zum anderen wird regelmäßig vorgetragen, dass bestimmte Schadenspositionen im Rahmen der sogenannten „fiktiven Abrechnung“ nicht angesetzt werden können.

Der Klassiker bei diesen Positionen sind die UPE-Aufschläge und die Verbringungskosten.
Hier wird seitens der Haftpflichtversicherer immer wieder behauptet, diese seien bei fiktiver Abrechnung nicht erstattungsfähig.

Teilweise wird behauptet, dass Verbringungskosten und UPE-Aufschläge nicht in jeder Werkstatt anfallen. In der Literatur werden seitenweise Urteile von Gerichten aus ganz Deutschland zitiert, damit der Rechtsanwalt herausfinden kann, ob in seiner Region typischerweise Verbringungskosten erhoben werden.

Der Bundesgerichtshof hat mit einem Urteil klargestellt, dass die Erstattungsfähigkeit der Aufschläge sich nach den allgemeinen schadensrechtlichen Grundsätzen richtet (BGH, 25.09.2018, VI ZR 65/18).

Das heißt, dass die Verbringungskosten und UPE-Aufschläge grundsätzlich anfallen, wenn sie in einer markengebundenen Fachwerkstatt anfallen würden.

Falls die gegnerische Versicherung auf eine kostengünstigere Reparaturmöglichkeit verweisen kann, die vom Standard her gleichwertig ist und vom Geschädigten mühelos erreicht werden kann, so ist zu prüfen, ob dort die genannten Aufschläge anfallen oder nicht.

Es kommt nicht darauf an, ob die Verbringungskosten im Falle einer Reparatur in der jeweiligen Region typischerweise anfallen.

Das heißt im Ergebnis für die Unfallregulierung in Würzburg:

Im ersten Schritt macht der Rechtsanwalt für den Geschädigten sämtliche Ansprüche lt. Schadensgutachten geltend.
Falls sodann die gegnerische Versicherung in einem Prüfbericht auf eine günstigere Werkstatt verweist, sind zunächst die grundsätzlichen Voraussetzungen (z. B. Alter des Fahrzeugs, Gleichwertigkeit der Reparatur etc.) zu prüfen und dabei auch die Frage zu untersuchen, ob die Aufschläge in der dortigen Werkstatt anfallen oder nicht.

Im Übrigen gelten die üblichen Regeln: Falls die gegnerische Versicherung auf eine Partnerwerkstatt verweist und diese in ihrem Kostenvoranschlag die genannten Positionen nicht aufführt, lohnt es sich nachzufragen:
Handelt es sich hier um Sonderkonditionen, die nur im Rahmen des Partnervertrages mit der Haftpflichtversicherung gelten (dann unbeachtlich), oder gelten diese Konditionen gegenüber jedem Kunden?
Die Unfallregulierung ist über die Jahre zu einem komplizierten Feld geworden. Der Satz „Schadensregulierung kann jeder Anwalt“ gilt schon lange nicht mehr. Auch die Gerichte bestätigen mittlerweile, dass Unfallregulierung derart kompliziert ist, dass die Kosten für den Anwalt auch bei einfachen Unfällen immer von der Gegenseite zu erstatten sind.

Hatten Sie einen Unfall in Würzburg, Aschaffenburg oder Schweinfurt? Dann wenden Sie sich an Ihre Fachkanzlei für Verkehrsrecht!



Eingestellt am 16.07.2019 von B. Löwenberg
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