Dashcam als Beweismittel?

Auch in Würzburg verbreitet

Bei vielen Verkehrsunfällen stellt sich immer wieder die Frage nach dem Nachweis des Unfallhergangs. Sehr oft weisen die Unfallbeteiligten sich gegenseitig die Schuld zu, keiner weiß, wie es wirklich war und ein unfallanalytisches Gutachten muss eingeholt werden. Dieses ist oft sehr teuer und führt häufig zu Ergebnissen, wie „könnte sein, dass es so und so war".

Seit vielen Jahren sind Dashcams zu erschwinglichen Preisen erhältlich und immer mehr Verkehrsteilnehmer überlegen, sich eine Dashcam anzuschaffen.

Nach einem Urteil des BGH aus dem Jahr 2018 sind viele jedoch unsicher, weil die Verwendung von Dashcams nicht ohne weiteres zulässig ist.

Das Entscheidende ist jedoch, dass der BGH folgendes gesagt hat: Die Aufzeichnungen von Dashcams können auch dann als Beweis verwertet werden, wenn sie in unzulässiger Weise erlangt worden sind (BGH, 15.05.2018, VI ZR 233/17).

Es ist also zwischen zwei Fragen zu unterscheiden:

1. Darf ich eine Dashcam immer betreiben?
Diese Frage muss mit einem klaren „Nein“ beantwortet werden. Eine Dashcam darf nicht „anlasslos“ betrieben werden, z.B. nur weil am Berliner Ring in Würzburg erfahrungsgemäß oft Unfälle passieren. Es gibt jedoch bereits Dashcams, die kurzfristig mittels Knopfdruck aktiviert werden können, beispielsweise, wenn sich ein Unfall unmittelbar anbahnt. Hier kann man freilich darüber streiten, ob in solchen Momenten der Fahrer sich darauf konzentrieren sollte, schnell die Dashcam einzuschalten – oder lieber versuchen sollte, den Unfall zu vermeiden.

2. Können die Videos als Beweis verwertet werden ?
Dies ist wiederum mit einem klaren „Ja“ zu beantworten.
Wer also häufig allein im Pkw unterwegs ist und daher keine Zeugen für einen Unfallhergang mit im Auto hat, sollte den Erwerb einer Dashcam ernsthaft in Betracht ziehen.

Unabhängig von der Frage, wie und wann und unter welchen Voraussetzungen die Dashcam eingeschaltet wird und aufzeichnet, wird er jedenfalls die Aufzeichnungen über einen Unfall jedenfalls im Gerichtsprozess verwerten können. Dies kann für die Frage der Haftung entscheidend sein.

Oft geht es bei Unfällen um Schäden in Höhe von mehreren tausend Euro, bei Personenschäden gehen die Schäden teilweise in den sechsstelligen Bereich (z.B. Schmerzensgeld, Erwerbsschaden, Haushaltsführungsschaden). Vor diesem Hintergrund kann die Entscheidung über die Frage der Haftung von geradezu immenser Bedeutung sein.

Hatten Sie einen Unfall mit Sach- oder sogar Personenschaden ? Dann wenden Sie sich an Ihre Rechtsanwälte für Verkehrsrecht in Würzburg !



Eingestellt am 25.06.2019 von B. Löwenberg
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