Vorfahrt am Berliner Ring

Vorfahrt am Berliner Platz in Würzburg

Der Berliner Platz, auch Berliner Ring genannt, gehört zu den verkehrsrechtlichen Klassikern in Würzburg. Dem Kabarettisten Erwin Pelzig wird die bezeichnende Äußerung „Wer's im Berliner Ring schafft, schafft es auf der ganzen Welt“ zugeschrieben.

Der Berliner Platz wurde Anfang der 60er Jahre gebaut. Er ist für das Verkehrsaufkommen deutlich zu klein. Beim Bau waren jedoch die Möglichkeiten der Stadt aufgrund der bestehenden Bebauung eingeschränkt.

Alljährlich kommt es zu zahlreichen Unfällen, wobei die Schwerpunkte wechselnd sind: Mal ist die Schweinfurter Straße stark betroffen, mal der Haugerring oder die Martin-Luther-Straße, und auch die Ludwigstraße sowie der Rennweger Ring zählen zu den bekanntesten Unfallschwerpunkten im Würzburger Stadtgebiet. Durchschnittlich ereignen sich etwa 20 bis 40 Unfälle im Jahr.

Wer hat im Berliner Ring Vorfahrt ?

Hier gilt der Grundsatz: Wer in einen Kreisverkehr einfährt, muss Vorfahrt gewähren, d. h. wer bereits durch den Kreisverkehr fährt, hat Vorfahrt gegenüber denjenigen, die einfahren wollen.

Im Berliner Ring gilt jedoch eine Besonderheit:

Sowohl die vom Haugerring als auch die von der Schweinfurter Straße kommenden Fahrzeuge werden jeweils auf zwei Spuren in den Ring geleitet. Dabei befindet sich neben der jeweils rechts verlaufenden Spur auf der linken Seite eine durchgezogene Linie („Fahrstreifenbegrenzung“, Nr. 68 der Anlage 2 zur StVO), die mehrere Meter in den Ring hineinführt.

Diese durchgezogene Linie bewirkt, dass der Einfahrende insofern keine Vorfahrt gewähren muss. Die durchgezogene Linie darf nicht überfahren werden, und zwar auch nicht von den bereits im Ring fahrenden Fahrzeugen.

Das heißt im Klartext: Wer vom Haugerring oder der Schweinfurter Straße auf der rechten der zwei Spuren in den Ring einfährt, darf problemlos bis zum Ende der durchgezogenen Linie in den Ring einfahren.

Deutlich wird diese besondere Regelung, wenn man folgenden Hintergrund kennt: Hätte die Stadt Würzburg beim Bau des Berliner Rings ausreichend Platz zur Verfügung gehabt, hätte sie statt der durchgezogenen Linie eine physische Begrenzung (z.B. Betonteile) errichtet.

Allgemein gilt natürlich im Berliner Ring der straßenverkehrsrechtliche Grundsatz, dass Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen müssen. Auch kann es zu divergierenden Entscheidungen im Zivil- bzw. Verwaltungsrecht kommen. Folge eines Unfalls kann daher sein, dass dem Fahrer zwar zivilrechtlich keine Haftung trifft, er jedoch einen Bußgeldbescheid und einen Punkt in Flensburg wegen Überfahrens der Linie bzw. unzulässigen Spurwechsels bekommt.

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